
Der Fluss Otava war bereits in der Vorzeit durch seinen goldhaltigen Sand bekannt. Dank ihm entstand eine Goldwäschersiedlung, die später zur königlichen Stadt Písek gewachsen ist. Der erste Beleg über die Stadt ist in der Urkunde des Königs Wenzel I. vom Jahre 1243 zu finden. Sein Sohn, König Přemysl Otakar II. schenkte dem Aufbau von Písek seine besondere Aufmerksamkeit, die vom Bestreben nach der Machtfestigung des Geschlechts der Přemysliden im Süden Böhmens ausgelöst wurde. In kurzer Zeit wurden hier die Burg, die Stadt mit Pfarrkirche und das Dominikanerkloster aufgebaut, sowie die Brücke, die das Überqueren des Flusses möglich machte. Sie wurde wahrscheinlich noch vor dem Jahr 1300 erbaut und ist heutzutage die älteste erhaltene Brücke in Böhmen.
Hinter der Brücke auf dem linken Ufer befindet sich die Prager Vorstadt. Der Kai ist von einem Neubau - einem Wohnkomplex mit mehreren Läden - gesäumt, hinter dem sich das Kinogebäude mit einem Ausstellungssaal einigermaßen versteckt. Dieser Stadtteil wird Portyč genannt. Einst standen hier bis in den Fluss gebaute Häuser der armen Stadtbewohner, die die hiesigen weltkundigen Soldaten an das Städtchen Portici bei Neapel erinnerten.
Die von der Brücke weiterführende Straße heißt Straße der Nationalfreiheit. An ihrem Ende steht die landwirtschaftliche Schule und ihr gegenüber die Grundschule, vor der das Denkmal der Amerikanischen Armee, die 1945 die Stadt befreite, enthüllt wurde. Der Raum hinter der Schule wird Ausstellungsgelände genannt, weil dort im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts große landwirtschaftliche Ausstellungen veranstaltet wurden. Heute stehen hier das Freilichtkino, das Polizeigebäude und das Winterstadion. An das Ausstellungsgelände grenzt die Mauer des Friedhofes mit Kirche der Heiligen Dreieinigkeit, die heute vor allem als ein Konzertsaal dient.
Über der landwirtschaftlichen Schule, hinter einer Landstraßenüberführung rechts führt ein Weg zu dem jüdischem Friedhof. Gerade aus befindet sich die Mittelschule für Forstwirtschaft, und weiter, in Richtung Strakonice, die Kirche des Hl. Wenzels. Laut traditioneller Überlieferung stand hier die ursprüngliche Goldwäschersiedlung, der Vorgänger der heutigen Stadt. Die Kirche bekam ihre heutige Gestalt um die Wende des 17. und 18. Jahrhunderts. An ihrem Turm hängt die älteste Glocke der Stadt, namens Cornelius, die 1546 gegossen wurde. In diesem Stadtteil am Fluss wurde 1935 am Fluß das Flussfreibad erröffnet.
Der Weg zurück ins Stadtzentrum führt entlang dem Fluß an einem Sportareal vorbei. Die Otava ist von einem eisernen Steg überbrückt, der über die Insel mit einer Replika des ursprünglichen Restaurants aus dem Jahr 1890 führt. Von einem Inselzipfel kann man das Wasserkraftwerk, die älteste Einrichtung ihrer Art in Böhmen sehen, heutzutage gibt es da auch ein kleines technisches Museum.
Über die Stelle, wo einst eines der drei Stadttore, genannt Putimer Tor stand, kommt man wieder in die Stadt. Das Tor ist längst niedergerissen, es ist nur eine Bastei übergeblieben, die es beschützte. Anschließend steht das "Haus zu den Kugeln", das an das Tor eng angrenzte. Wenn man in die Gasse namens Drlíčov abbiegt, kommt man an altertümlichen Häusern vorbei bis zur Weststirnseite der Dechanatsk irche.
Hinter dem Dechanatsgebäude befindet sich das Löwendenkmal, von hier aus ist das ehemalige Hotel Dvořáček zu sehen. Die Budějovická Strasse würde uns von hier an der Marienkapelle vom 18. Jahrhundert entlang zum bekannten Píseker Landeshengsdepot führen.
Gegenüber dem Hotel stehen das Gebäude der Realschule und danach das Gebäude des ehemaligen Gymnasiums von Písek. Beide Schulen gaben Ausbildung einer ganzen Reihe von Männern und Frauen eine Ausbildung, von denen sich manche dann im Geiste der Schultradition von Písek geltend machten und mit ihren Kenntnissen dem ganzen Volke dienten.
Die einst als ein modernes Boulevard geplante breite Straße ist vom Postgebäude beendet wird. In Richtung aus dem Stadtzentrum steigt dann die Straße Žižkova mit mehreren Neurenaissancehäusern. Sie mündet in den Platz Mírové náměstí, in dessen Mitte das den Legionären zu Ehren vom Bildhauer Antonín Bílek erbaute Denkmal steht. Hoch am Abhang entlang der in Richtung Tábor führende Landstraße, errichteten 1933 die Bürger von Písek einen Waldfriedhof für sich und ihre Nachkommen. Seine originelle architektonische Lösung ist ein Werk von Dr. Ing. Antonín Ausobský. Die Stadtteile Logry und America sind idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Píseker Berge.
Zurück ins Stadtzentrum kommt man durch den Park Palackého sady, vom Palacký-Denkmal direkt ins Herz der Stadt führt uns eine Passage, die im Volksmund "Tunnel" genannt wird, am traditionellen Restaurant "U Reinerů" vorbei, das im Jahre 1844 gegründet wurde. So kommt man zum Platz Havlíčkovo náměstí, der früher nach der im Mittelpunkt stehenden Barockstatue Florianplatz genannt wurde. Da und auch in weiteren Straßen des Stadtzentrums findet man viele wunderschöne Hauszeichen erhalten. Der Platz Alšovo war einst wohl der Hauptplatz der mittelalterlichen Stadt. In seiner Mitte steht eine Peststatuengruppe. Die Dominante des Platzes ist das Gebäude der ehemaligen Volksschulen mit einer prachtvollen Fassade ebenso wie der ähnlich interessante Palast der ehemaligen Bürgerlichen Sparkasse, wo heutzutage die Poliklinik untergebracht ist.
Der Platz Alšovo náměstí ist mit dem Großen Platz (Velké náměstí) durch die Straße Jungmannova verbunden. In der südwestlichen Ecke des Großen Platzes steht die Klosterkirche der Erhöhung des Hl. Kreuzes. Die Zierde des Platzes ist vor allem das Rathaus. Der Durchgang im Rathaus führt auf den Hof der ehemaligen in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts vom König Přemysl Otakar II. gegründeten königlichen Burg. In ihren Resten ist heute das Museum des Prácheň-Gebietes untergebracht.
Dateidatum: 5.11.2007

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