České Budějovice (Budweis)
Die Bahnfahrt von
Písek nach Budweis verging Schwejk wie im Flug. Ein junger Gendarm,
ein Neuling, der kein Auge von Schwejk wandte und schreckliche
Angst hatte, dass dieser flüchten könnte, begleitete ihn. Den
ganzen Weg über suchte er das schwierige Problem zu lösen: "Wenn
ich jetzt auf die kleine oder große Seite gehen müsst, wie stelle
ich das an?" Er löste es in der Weise, daß Schwejk ihm Pate stehen
mußte.
Wie kommen Sie von Písek aus dorthin?
Mit dem Auto:
- auf der Staatsstraße I/20 (53 km)
Mit dem Bus:
- vom Busbahnhof der ČSAD oder der Haltestelle Budweiser Straße
aus, eine Reihe täglicher Fahrtmöglichkeiten, an Wochenenden
ausgedünnt
Mit dem Zug:
- Verbindung Nr. 200, häufige tägliche Fahrtmöglichkeiten mit
Umsteigen in Protivín auf die Verbindung Nr. 190, einige direkte
Fahrtmöglichkeiten
Was es in Budweis zu erleben gibt!
- Mit dem Zug oder mit dem Bus? Sie können wählen, was mehr Ihrem
Geschmack und Ihrer Laune entspricht. Wenn Sie es aber ernst meinen
mit den Spuren Schwejks, kommt natürlich nur der Zug in Frage, denn
Schwejk fuhr mit dem Zug von Písek nach Budweis. Die Busverbindung
ist zwar schneller, aber der Erlebniswert ist geringer. Aber auch
der Bus hat seine Attraktion, hält er doch in Budweis auf eine
etwas ungewöhnliche Art, auf dem auf Dach eines Einkaufzentrums
nämlich.
- Genießen Sie die Atmosphäre auf dem Platz Přemysl Otakar II.,
einem der größten Plätze in Mitteleuropa. Mit den Abmessungen von
133 x 137 Metern bildet er fast ein perfektes Quadrat. Der Platz
ist auch einzigartig in der Hinsicht, dass sich bis auf den
heutigen Tag auf allen Seiten verzierte Arkaden erhalten sind. Der
barocke Samsonbrunnen, der unübersehbare Anziehungspunkt in der
Mitte des Platzes, ist ein idealer Ort für Erinnerungsphotos.
Unweit davon finden Sie in modernen Fliesen eingebettet den so
genannten "Irrstein", auf dem früher angeblich der Galgen zu stehen
pflegte.
- Fragen Sie sich zur Sehenswürdigkeit der Bezirksstadt durch,
dem wunderschönen Barockgebäude, das von A.E. Martinelli erbaut
wurde. Dort befindet sich nämlich der Geschäftssitz des
touristischen Infozentrums und die Stadtverwaltung. Wenn Sie aus
dem Rathaus herausgehen, bemerken Sie, dass am Eckpfeiler der
Rathausarkade ein Eisenstück aus dem Jahr 1765 angebracht ist.
Dessen Länge entspricht genau dem einer Wiener Elle (0,77 m). Es
diente der Maßkontrolle am Markt.
- Riskieren Sie einen Blick vom Schwarzen Turm. Dieses
Wahrzeichen von Budweis ist 72 Meter hoch und diente als
Glockenturm und zur Feuerwarnung. Von seiner Plattform aus wurde
die Stadt ständig auf gefährliche Brände hin überwacht. Diese
Plattform ist 46 Meter über dem Erdboden. Von dort aus hat man
einen wirklich einladenden Blick auf die Stadt, die umliegenden
Dörfer und die Höhen des Blanský Waldes.
- Warum nicht auf ein Bier in die so genannte Kleine Brauerei? An
dieser Stelle brauten Budweiser Bürger schon ab 1722 Bier. Das
gegenwärtige Aussehen des Anwesens stammt jedoch aus dem Jahre
1815. Die Kleine Brauerei dient heute als Bierschänke, Hotel,
Restaurant, Kaffee und Journalisten-Club. Das Gebäude hat jedoch
bis heute seine Brauereiatmosphäre nicht eingebüßt. Am
gegenüberliegenden Eck des Platzes führt Sie die Krajinská Straße
zu den "Fleischbänken" (Masné krámy). Das berühmte Restaurant wurde
gegen Ende des Jahres 2007 wieder eröffnet.
- Der Piaristenplatz ist ein eindruckvoller, historischer,
stiller Winkel, in dem das älteste Gebäude der Stadt steht, das
Dominikanerkloster mit der Kirche Jungfrau Mariä Opferung aus der
Zeit der Stadtgründung im 13. Jahrhundert. Im nahen "Salzlager"
(Solnice) ist von März bis Oktober das Motorradmuseum geöffnet. Vom
Platz aus kommt man auch in die malerische Panská Gasse, an deren
Ende der Rabenteinsche Turm steht, der Teil der ursprünglichen
Stadtbefestigung war. Im Untergeschoss des leuchtend weißen Baus
finden Sie ein Geschäft mit original handgearbeiteten
Textilprodukten und ein kleines Museum.
- Wollen Sie erfahren, wie heute Bier gebraut wird und wie man
das Braurecht in der Stadt Budweis früher erlangte? Falls Ihnen
nach dem hopfenhaltigen Naß das Wasser im Mund zusammen laufen
sollte, steuern Sie am besten auf die Budvar-Brauerei zu, eines der
wenigen übrig gebliebenen Staatsunternehmen. Sie erfahren dort eine
ganze Menge Fakten und Neuigkeiten auf dem Gebiet des
- Mälzereiwesens und der Hopfenwirtschaft. Kosten Sie ein Bier
der Spitzenklasse und kaufen Sie sich vielleicht auch ein Souvenir.
Im Brauereigebäude befindet sich auch ein Restaurant im alten Stil
mit einer ausgezeichneten Küche. www.budvar.cz
Wenn Sie gerne in Museen gehen, dann werden Sie sicher das
südböhmische Museum in Budweis besuchen. Die Dauerausstellung
umfasst Exponate aus den unterschiedlichsten Bereichen, von den
Naturwissenschaften über Geschichte (Altertum, Mittelalter) und
eine kunstgeschichtliche Sammlung des 16. und 18. Jahrhunderts bis
zur Völkerkunde und zu bemalten Möbelstücken. Ein weiteres
originelles Museum in der Stadt erinnert an die hiesige Pferdebahn,
die älteste in Europa.
- In der Stadt finden Sie auch die Marienkaserne, in die Jaroslav
Hašek am 15. Februar 1915 nach Ausbruch des 1. Weltkrieges
einrückte. Man kann nicht unbedingt behaupten, dass Hašek selbst
dieser besagte Krieger war. Was aber seinen Krankenstand, seine
häufige krankheitsbedingte Abwesenheit vom Dienst und sein Leben
als Bohème anbetrifft, so ist er Schwejk nicht unähnlich. Er
schrieb hier zwei Erzählungen, die "Die Affäre mit dem Hamster" und
"Die Affäre mit dem Thermometer". Von Verleger Vilímek bekam er
hierfür 20,- Kronen, die er gewissenhaft versoff.
Den Kasernendienst
versah bereits den zweiten Tag Oberleutnant Lukasch. Er saß
ahnungslos in der Kanzlei am Tisch, als man Schwejk mit den
Papieren zu ihm brachte.
"Melde gehorsamst, Herr Oberlajtnant, dass ich wieder hier bin",
salutierte Schwejk mit feierlicher Miene. ....Und da habe
Oberleutnant Lukasch, leichenblaß mit zitternden Händen die Schwejk
betreffenden Papiere ergriffen, habe sie unterschrieben und alle
gebeten, das Zimmer zu verlassen; dem Gendarmen habe er gesagt, es
sei gut, worauf er sich mit Schwejk in der Kanzlei eingesperrt
habe. Hiermit endete Schwejks Budweiser Anabasis. Sicher ist, dass
Schwejk, wenn ihm seine Bewegungsfreiheit belassen worden wäre,
auch allein nach Budweis gekommen wäre. In Anbetracht seiner
Energie und seiner unverwüstlichen Kampfeslust war das Einschreiten
der Behörden in diesem Fall nichts anderes als ein Knüppel, den man
ihm zwischen die Füße warf.
Touristisches Infocentrum
Přemysla Otakara II. Platz 1, 2, CZ-37092 České Budějovice
Telefon: +420 386 801 413
E-mail: infocb@c-budejovice.cz
www.c-budejovice.cz
Zentrum für Turistik und Landkarten Südböhmen
Přemysla Otakara II. Platz 21, CZ-37001 České Budějovice
Telefon: +420 386 352 589
E-mail: mapcentrum@mbox.vol.cz
www.mapove-centrum.cz
Dateidatum: 25.2.2011